Deutsche Waldtage 2018

Deutsche Waldtage 2018

Hintergrundinfos

Zu den Deutschen Waldtagen 2018 und ihren Botschaften

Unter dem Motto „Wald bewegt“ finden die Deutschen Waldtage 2018 am 13. und 14. September in Berlin und vom 14. bis 16. September an vielen weiteren Wald-Orten Deutschlands statt.

Wald und Bewegung – diese Themen gehen alle an. Deshalb richten das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) und viele regionale und lokale Akteure die diesjährigen Waldtage aus. Am Wochenende vom 14. bis 16. September 2018 finden deutschlandweit zahlreiche Aktionen statt, zu denen Bürger und Bürgerinnen eingeladen sind.

Der Wald soll als Erlebniswelt und Sportstätte, aber auch Ergebnis harter Arbeit bewusst wahrgenommen werden – deshalb laden Forstleute, Waldbesitzende, Sportlerinnen und Sportler, das BMEL und der DOSB gemeinsam ein.

Auf Initiative des BMEL vertiefen die Deutschen Waldtage 2018 den Dialog zwischen Forstwirtschaft und Sport. Denn gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme nützt allen: dem Wald, der Natur und dem Menschen.

Der Wald ist nicht nur die „größte Erlebnisarena Deutschlands“, er ist Arbeitsplatz, liefert nachwachsende Rohstoffe, schützt das Klima und ist unser größtes und wertvollstes Landökosystem.
Die Deutschen Waldtage 2018 lenken die Aufmerksamkeit auf den Wald als einzigartigen Raum für Sport und Erholung für die Bürgerinnen und Bürger und würdigen die diesbezüglichen Leistungen der deutschen Forstwirtschaft.

An den Deutschen Waldtage 2018 können Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Waldbesitzenden, Forstleuten, Sportlerinnen und Sportlern den Wald aktiv erleben.

Wir – Forstwirtschaft, Waldbesitzer sowie Sportlerinnen und Sportler im Wald – wollen miteinander ins Gespräch kommen und die jeweiligen Sichtweisen, Bedürfnisse und Probleme kennenlernen.
Forstleute und Waldbesitzende laden ein zu Walderleben, Dialog und Kooperation. Sportlerinnen und Sportler sind gern gesehene Gäste im deutschen Wald.

Die Deutschen Waldtage 2018 sind auch eine Dialogplattform, auf der Sport und Forstwirtschaft ein gemeinsames Verständnis für die jeweiligen Belange des anderen entwickeln und mögliche Interessen- bzw. Zielkonflikte auf dieser Basis lösen.

Der Wald ist die einzige Sport- und Erlebnisarena, die an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr und dazu auch noch kostenlos geöffnet hat. Sportlerinnen und Sportler sind von den Waldeigentümern willkommen. Erwartet wird lediglich die Rücksichtnahme auf Flora, Fauna und andere Waldbesucher.
Erholung im Wald ist kostenlos. Respektiert werden muss dennoch, dass der Wald  Eigentümer hat. Regeln für Erholung und Sport im Wald müssen akzeptiert und befolgt werden. Dem Rat und den Anweisungen von Forstleuten und Waldeigentümern ist Folge zu leisten. Nur so kann das Miteinander nachhaltig gestaltet werden.

Sport im Wald hat eine gesellschaftspolitische Bedeutung. Forstwirtinnen und -wirte arbeiten für den Wald und für die Bedürfnisse der Menschen. Sie wünschen sich, dass alle Sportlerinnen und Sportler im Wald ihre Arbeit verstehen und akzeptieren.

Die Forstwirtschaft erbringt von der Gesellschaft anerkannte und gewünschte Leistungen. Daher ist es wichtig, dass Sportlerinnen und Sportler verstehen, was im Wald passiert. Die Forstwirtschaft pflegt ihn und erntet den unverzichtbaren, nachwachsenden Rohstoff Holz. Dabei lässt es sich nicht immer vermeiden, dass sie die Sportausübung beeinträchtigen. Gegenseitiges Verständnis ist der Schlüssel für ein spannungsfreies Miteinander.

Waldbesitzer haben im Zusammenhang mit der Erholungsfunktion des Waldes, wie z. B. der Wegeunterhaltung, Aufwendungen. Ohne die Forstwirtschaft wäre es auf Dauer unmöglich, Sport im Wald sicher auszuüben. Die Zugänglichkeit des Waldes hängt davon ab. Ohne die Forstwirtschaft gibt es keine Wege. Ohne die Forstwirtschaft gibt es auch kein Rettungspunktenetz.

Fakten zum Deutschen Wald

  1. Deutschland verfügt über eine Gesamtwaldfläche von ca. 11,4 Mio. Hektar. Damit ist es eines der waldreichsten Länder Europas.
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  2. Alle zehn Jahre wird im Rahmen einer Bundeswaldinventur der Baumbestand in deutschen Wäldern an ca. 60.000 Stichprobepunkten gezählt und hochgerechnet. Bei der letzten Schätzung in den Jahren 2011/12 waren es ca. 90 Mrd.!
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  3. In Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es mit je 42 % die größten Waldanteile (bezogen auf die Landesfläche).
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  4. Der deutsche Wald hat viele unterschiedliche Eigentümer. Der größte Teil (48 %) befindet sich im Privateigentum. Ein knappes Drittel (29 %) gehört den Ländern, 19 % sind im Eigentum von Körperschaften wie Gemeinden und Kirchen. Der Bund besitzt ca. 4 % der Gesamtwaldfläche.
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  5. In der Bundeswaldinventur wurden 51 Baumarten bzw. Baumartengruppen erhoben. Die häufigsten Baumarten sind die Nadelbäume Fichte (25 %) und Kiefer (23 %) und die Laubbäume Buche (16 %) und Eiche (11 %).
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  6. Einige Bäume in den deutschen Wäldern werden über 50 Meter groß, die meisten Laubbäume erreichen maximal 40 Meter.
    (Quelle: http://www.tag-des-waldes.de/)
  7. In den deutschen Wäldern findet man bis zu 1.215 Pflanzenarten, davon allein 90 unterschiedliche Baum- und Straucharten. Zudem leben in den Wäldern tausende unterschiedliche Tiere, zumeist Insekten.
    (Quelle: http://www.tag-des-waldes.de/)
  8. Rund 17 % des deutschen Waldes sind Schutzgebiete nach der europäischen Richtlinie 92/43/EWG Fauna-Flora-Habitat (FFH-Richtlinie) und damit Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks „Natura 2000“. Naturschutz wird in Deutschland groß geschrieben. 593.000 Hektar, also 5 % des deutschen Waldes, sind als besonders geschütztes Biotop ausgewiesen.
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  9. In den deutschen Wäldern wachsen jährlich durchschnittlich ca. 122 Mio. Kubikmeter Holz nach. 13 % gehen davon in den Vorratsaufbau. Über 30 Mio. Kubikmeter verbleiben als Erntereste oder sogenanntes Totholz im Wald. Durchschnittlich werden ca. 76 Mio. Kubikmeter Rohholz (Erntefestmeter ohne Rinde) geerntet. Dies ist ein Beleg für die nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft hierzulande.
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  10. Der deutsche Wald ist ein wichtiger Klimaschützer: Allein die Aufnahme durch die Bäume im deutschen Wald entlastet die Atmosphäre jährlich um rund 58 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Die Nutzung von Holz als anstelle von Stahl, Beton oder anderen energieintensiven Rohstoffen erspart der Atmosphäre weitere ca. 66 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Ca. 3 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente sind in langlebigen Holzprodukten gespeichert. In Summe wird somit die Atmosphäre um rund 127 Mio. Tonnen Kohlendioxid entlastet, was wiederum 14 % der jährlichen Kohlendioxid-Emissionen Deutschland entspricht.
    (Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017)
  11. Bäume setzen Sauerstoff frei. Ein 100-jähriger Eichenwald nimmt pro Jahr und Hektar circa elf Tonnen Kohlendioxid aus der Luft auf, bindet rund drei Tonnen Kohlenstoff in Pflanzenmasse (Blätter, Rinde, Wurzeln, Blüten, Früchte, Holz) und setzt bis zu acht Tonnen Sauerstoff frei.
    Insgesamt setzt der Wald in Deutschland etwa 25 bis 38 Millionen Tonnen Sauerstoff pro Jahr frei. Das ist das ein- bis eineinhalbfache dessen, was alle Einwohner Deutschlands in einem Jahr zum Atmen brauchen. Rund 300 Kilogramm Sauerstoff braucht ein Mensch pro Jahr zum Atmen.
    (Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017)
  12. Über 70 % des deutschen Waldes sind entweder nach dem PEFC- oder FSC-Standard zertifiziert. Diese gelten als anerkannte Nachweise für nachhaltige Forstwirtschaft und garantieren eine positive Waldentwicklung. 7,5 von 11,1 Mio. Hektar Wald sind allein nach dem PEFC-Standard zertifiziert.
    (Quelle: https://www.charta-fuer-holz.de/)
  13. Deutschland verfügt über einen Vorrat von insgesamt 3,7 Mrd. Kubikmeter Holz. Das sind 336 Kubikmeter pro Hektar.
    (Quelle: https://www.bundeswaldinventur.de/)
  14. In Deutschland sind über 1,1 Mio. Menschen direkt oder indirekt im sogenannten Cluster Forst & Holz tätig. Mit etwa 650.000 Beschäftigten gehört die deutsche Holzwirtschaft im Vergleich mit anderen Wirtschaftssektoren zu den wichtigsten Branchen in Deutschland.
    (Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017)

Sport und Erholung im Wald

Sportarena Wald:
Rund 4,5 Millionen Deutsche, die in Vereinen organisiert sind, treiben regelmäßig Sport in den Wäldern. In dieser Zahl nicht enthalten sind weitere Millionen aktive Sportler, die ohne Vereinsengagement unter dem grünen Dach reiten, joggen, radeln, Ski fahren oder wandern. Sei es wegen der reinen Luft, des kühlen Schattens oder der weichen Böden. Oder einfach, um Abwechslung von Hallen und Sportplätzen zu bekommen und das eigene Profil zu schärfen: Ohne Abfahrten und Anstiege in den Wäldern gäbe es keine attraktiven Strecken für Radler, Läufer oder Skifahrer.
Hintergrund: 32 % der Fläche Deutschlands sind bewaldet. Fast 50 % der Wälder befinden sich im Privateigentum. Dass wir diese privaten Wälder überhaupt betreten und nutzen dürfen, garantiert das sogenannte Betretungsrecht, insbesondere des Bundeswaldgesetzes. Jeder darf den Wald zum Zwecke der Erholung kostenfrei betreten und zwar auf eigene Gefahr, so lautet verkürzt und vereinfacht der Gesetzestext. Dass dies so ist, ist keine Selbstverständlichkeit, wie der internationale Vergleich zeigt. Es erfordert ein gewisses Maß an gegenseitigem Respekt für die Arbeit und das Eigentum, den eigenen Müll wieder mitzunehmen oder Sperrungen im Rahmen von Holzeinschlägen oder sensible Bereiche, zu respektieren.
(Quelle: www.waldsportbewegt.de, „Wirtschaftsfaktor Outdoorsport“, BMWi-Bericht 2017)

Sport und Wald:
Die Deutschen Waldtage 2018 bringen die 2 Millionen Waldbesitzer in Deutschland mit den rund 90.000 Sportvereinen zusammen, die unter anderem den Wald nutzen. Forst- und Sportorganisationen wirken in diesem Sinne darauf hin, Sport im Wald ebenso zu fördern, wie eine positive öffentliche Wahrnehmung forstlicher Anliegen und Leistungen in den Fokus zu rücken. Sie setzen sich gemeinsam für eine positive Darstellung der sportbezogenen Nutzung des Waldes ebenso ein, wie für dessen nachhaltige, umweltverträgliche und naturnahe Bewirtschaftung.
(Quelle: Wald.Sport.Bewegt. Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen
Forstwirtschaftsrat (DFWR) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB))

Leistungen der Forstwirtschaft für den Sport im Wald:
Die Forstwirtschaft pflegt die Wälder und erntet dabei den in Deutschland wichtigsten klimafreundlichen, nachwachsenden Rohstoff: Holz. Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung und aktiven Waldschutz fördert die Forstwirtschaft die biologische Vielfalt und erbringt wertvolle Ökosystemleistungen.
Die Forstwirtschaft betont das in Deutschland bestehende Recht, den Wald im Rahmen gesetzlicher Regelungen zum Zwecke der Erholung unentgeltlich betreten zu können. Dies schließt eine natur- und landschaftsverträgliche Sportausübung ein. Sport im Wald setzt forstliche Aktivitäten und Leistungen insbesondere bei der Wegeerschließung und -pflege voraus und nutzt forstliche Infrastruktur mit. Forstleute und Waldbesitzer sind kompetente Ansprechpartner in allen Waldfragen.
(Quelle: Wald.Sport.Bewegt. Kooperationsvereinbarung zwischen dem Deutschen
Forstwirtschaftsrat (DFWR) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB))

Welche Gruppen zieht es in den Wald?
Deutschland zählt ca. 2 Milliarden Waldbesuche im Jahr. Der deutsche Wald ist Erholungs-, Sport-, Naturschutz- und Wirtschaftswald zugleich und spricht somit ganz unterschiedliche Menschen  mit sehr unterschiedlichen Motiven an. Sportler und Sportvereine nutzen den Wald zum Training und Ausflügler – vor allem Familien und Rentner – zum Spazieren und zur Erholung; für Forstleute ist der Wald hingegen Arbeitsplatz und stellt für Waldbesitzende eine Einkommensquelle dar. Vogelkundler, Naturfotografen und Naturverbundene ziehen die Natur und die vorhandene Tierwelt in den Wald. Eine weitere Besuchergruppe sind ist die Abenteurer, so auch die Pfadfinder, die sich seit jeher im Wald zu Hause fühlen. Der Wald erfüllt darüber hinaus einen Bildungsauftrag, so dass Kitas, Schulklassen und Studenten der Naturwissenschaften ebenfalls zu den vielen Besuchern im Wald zählen. Eine gänzlich neue Besuchergruppe ist durch die Entwicklung des Internet- und GPS-gesteuerten Geocaching entstanden, bei dem „Schätze“ im Wald versteckt und gefunden werden. Dieses Betätigungsfeld zieht auch Menschen in den Wald, die zuvor wenig Interesse an Wald und Natur zeigten.
(Quelle: www.waldwissen.net)

Sport im Wald fördert Wohlbefinden, Gemeinschaft und Umweltbildung:
Der Wald erhöht aufgrund seines ausgeglichenen Mikroklimas und der Möglichkeit, Natur zu erleben und sich aktiv zu erholen, die positiven und gesundheitspräventiven Wirkungen von sportlichen Aktivitäten. Gleichzeitig sorgt bereits der Aufenthalt im Wald für eine Reduzierung von Stress und somit für Entspannung und innere Ruhe. Sport im Wald ist daher besonders gesund – für Körper, Geist und Seele. Sport im Wald wird häufig in kleinen Gruppen betrieben. Vereinsorganisierte Lauftreffs, Ausritte oder Tageswanderungen sind aus dem Sport nicht wegzudenken. Diese Angebote werden von Menschen in allen Altersgruppen sowie Regionen Deutschlands wahrgenommen und tragen zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Sport ist eine Form der intensiven Naturerfahrung und daher besonders geeignet, den Schutzwert des Waldes und das Leitbild der Nachhaltigkeit gerade jungen Menschen nahe zu bringen. Vielfach werden sportliche Angebote mit Umweltbildungsaspekten verknüpft bzw. Sportaktive im Naturschutz tätig. Insbesondere im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung kann der Wald als außerschulischer Lernort eine besondere Rolle einnehmen.
(Quelle: DOSB)

Gesunder Waldbesuch:
Medizinische Studien belegen, dass Waldbesuche das menschliche Wohlbefinden steigern und die körperliche, mentale und soziale Gesundheit fördern. Zur besonderen Gesundheitswirkung des Waldbesuchs tragen mehrere Faktoren bei: Aktive Bewegung wirkt der Bewegungsarmut des modernen Lebensstils entgegen. Sie stärkt das Immunsystem, hält das Herz-Kreislauf-System fit und beugt einer Vielzahl von Krankheiten vor. Für 77 % der Deutschen ist der Wald ein wichtiger Raum für Sport, Erholung und Freizeit. (Quelle: Waldbericht der Bundesregierung 2017)

BMEL-Waldumfrage 2016:
Mit 82 % sind Spazierengehen und Wandern bei der Teilgruppe, die mindestens einmal pro Monat in den Wald geht, die mit Abstand beliebtesten Freizeitaktivitäten im Wald. Weitere sportliche Aktivitäten werden seltener genannt: Joggen/Laufen 20 %, Hund ausführen und Radfahren je 17 %; Geocaching und Reiten je 2 %.
(Quelle: BMEL)

Die Wanderpräferenzen der Deutschen:
Die beliebteste Landschaftsform für Wanderungen sind die Mittelgebirge: Rund 40 % der aktiven Wanderer zieht es hier am liebsten hin. Im Durchschnitt werden von den aktiven deutschen Wanderern pro Jahr ca. 9,8 Wanderungen durchgeführt, pro Wanderung werden dabei durchschnittlich etwas weniger als 10 Kilometer zurückgelegt. Die „waldnahen“ Motive und Bewegründe der Wanderer sind zu 87 % „Natur erleben“, zu 65 % „etwas für die Gesundheit tun“, zu 29 % „Stille erleben“ sowie zu 21 % „aktiv Sport treiben“.
(Quelle: Forschungsbericht Nr. 591 „Grundlagenuntersuchung Freizeit und Urlaubsmarkt Wandern“, Hrsg. BMWi, 2010)

Welche Arten von Wanderwegen gibt es?
Insgesamt wird von den Wandervereinen in Deutschland ein Netz von ca. 200.000 Kilometer betreut, darüber hinaus pflegen Organisationen wie die National- und Naturparks ca. 100.000 weitere Kilometer. Aber Wanderweg ist nicht gleich Wanderweg! Die Liste der anerkannten Wanderwege ist lang und hält für jeden Wanderer das passende Angebot bereit: Pilgerwege, Barfußpfade, Trimm-Dich-Pfade, Bewegungs-Parcours, Themenwege, Zielwanderwege, Rundwanderwege, Streckenwanderwege, Lassowanderwege (Mischform von Rund- und Streckenwanderweg), Weitwanderwege, Fernwanderwege, Geo-Caching-Trails, Ski-Strecken, Spazierpfade sowie Jogging-Routen.
Eine Sonderstellung nehmen die Prädikatswege, wie Premiumwanderwege und Qualitätswege ein: Vom Deutschen Wanderinstitut e. V. wurden deutschlandweit 550 Premiumwanderwege ausgezeichnet. Es gibt in Deutschland 200 zertifizierte Qualitätswege „Wanderbares Deutschland“ (Initiator: Deutscher Wanderverband) mit einer Gesamtkilometerlänge von knapp 15.000 Kilometern. Davon sind, nach einer Schätzung des Deutschen Wanderverbands, rund 70 bis 75 % in oder am Wald. Die größten Wandergebiete in Deutschland liegen im Schwarzwald, dem Pfälzerwald, dem Thüringer und dem Bayerischen Wald sowie dem Harz, der Eifel, dem Erzgebirge, dem Sauerland und dem Teutoburger Wald.

Welche Sportarten können im Wald betrieben werden?
Der Wald bietet unzählige Möglichkeiten für sportliche Betätigung – vom Breiten- bis zum Leistungssport. Hierzu zählen sowohl die klassischen Sportarten wie Wandern, Joggen, Nordic Walking, Reiten und Radfahren als auch Abenteuersportarten wie Mountainbiking oder Klettern. Wassersportler, wie Kajakfahrer und Kanuten fühlen sich auf waldnahen Gewässern sehr wohl. Viele Golfplätze befinden sich in Waldnähe; Triathleten bietet der Wald erholsamen Schatten. Auch Wintersportarten wie Skifahren, Snowboarden, Langlauf sowie Rodeln oder Schneeschuhwandern können im Wald betrieben werden. Zu den genannten Sportarten gesellen sich außerdem neue Trends wie Workout im Wald, Geocaching, Orientierungslauf oder Piloxing (Mischung aus Pilates und Boxen). Knapp 500 Hochseilgärten und Kletterwälder in Deutschland fördern bei Jung und Alt die Motorik und Koordination. Bei aller Begeisterung für den Sport im Wald darf das oberste Gebot der Rücksichtnahme auf Flora und Fauna sowie die Waldeigentümer jedoch nicht außer Acht gelassen werden!

Welcher Untergrund eignet sich besser zum Joggen – Waldboden oder Asphalt?
„Wer auf hartem Untergrund läuft, landet härter und belastet auch die Gelenke etwas stärker. Denn im Gegensatz zum leicht federnden Waldboden geben Asphalt oder Beton nicht nach. Dadurch werden die Gelenke auch stärker beansprucht und es droht, relativ betrachtet, eher eine Überlastung“, zitiert netzathleten.de den Sportmediziner Markus Klingenberg. Der oft holprige Walduntergrund zwinge den Fuß dazu, kleine Unebenheiten reflexartig auszugleichen, was wiederum das Zusammenspiel der Muskeln in Fuß und Bein kräftige. Es überrascht also nicht, dass viele Jogger lieber auf weichem Walduntergrund laufen als auf hartem Asphalt. (www.netzathleten.de)

Wie eignet sich der Wald als Fitnessstudio?
Immer mehr Fitness-Sportler entdecken den Wald für sich. Sie ziehen ein Training unter freiem Himmel dem Gerätetraining bei künstlichem Licht vor. Und das nicht ohne Grund: Mit ein bisschen Kreativität lässt sich der Wald in ein abwechslungsreiches Fitnessstudio verwandeln. Ein auf Schulterhöhe hängender Ast eignet sich beispielsweise hervorragend für Klimmzüge. Die Muskeln können mit Liegestützen auf dem belebenden Waldboden und die Kraft beim Baumstammheben trainiert werden. Für die Ausdauer und die Kondition eignen sich das Joggen auf ebener Fläche bzw. mit Steigung. Auch die Geschicklichkeit und die Balance lassen sich im Wald gut üben. Hierzu kann auf einem freiliegenden, einzelnen Baumstamm den Wegesrand entlang balanciert oder von Baumstumpf zu Baumstumpf gesprungen werden. Bänke, Bäume oder Brückengeländer bieten sich für ausgiebige Dehnübungen an. Aber Achtung: Das oberste Gebot bei sportlicher Betätigung im Wald ist: Rücksicht und Vorsicht!

Wie viel Sauerstoff braucht ein Jogger pro Minute?
Obwohl die Lunge eines Erwachsenen ein Gesamtfassungsvermögen von 5 bis 6 Litern besitzt, wird bei jedem Atemzug nur ein Luftvolumen von etwa 0,5 Liter ein- und ausgeatmet. Pro Minute sind es dann umgerechnet 8,5 Liter Luft. Beim Joggen atmet der Mensch jedoch häufiger und damit 36 Liter Luft pro Minute ein und aus. Die Luft besteht zu 21 % aus Sauerstoff, von dem aber nur 5 % tatsächlich vom Körper aufgenommen werden. Beim Joggen braucht der Mensch also in etwa 1,8 Liter Sauerstoff pro Minute. Ein durchschnittlicher Laubbaum produziert 6,2 Liter Sauerstoff pro Minute – einen idealeren Ort zum Joggen als den Wald gibt es also nicht.
(Quelle: TU Braunschweig, Dietmar Kalusche: Ökologie in Zahlen)  

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